Die jungen Wohnungsbaugenossenschaften schaffen soziale Renditen

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Die jungen Wohnungsbaugenossenschaften schaffen soziale Renditen

17.07.14 Bauen Wohnen Leben Bürger 0

Die hohe Wohnsicherheit, günstige Mieten und stabile Nachbarschaften machen das genossenschaftliche Wohnen auch für die Kommunen attraktiv. Deshalb wird auf Initiative der Bundesregierung das genossenschaftliche Wohnen seit Ende April 2006 durch die Förderung des Erwerbs von Genossenschaftsanteilen an Wohnungsgenossenschaften im Rahmen des Wohneigentumsprogramms der KfW (Nummer 134) unterstützt. Wohnungsgenossenschaften sind eine Wohnform, die zwischen Eigentum und Miete liegt.

Die soziale Entwicklung und Stabilisierung in den Stadtquartieren kann davon positive Impulse erhalten, so eines der zentralen Ergebnisse des Forschungsfeldes „Modelle genossenschaftlichen Wohnens“. Bei Vergleichen in finanzieller Hinsicht zwischen dem Erwerb von Eigentumswohnungen von Bauträgern mit einem genossenschaftlichen Wohnprojekt mit zukunftsweisendem Energiekonzept und weitreichender sozialer Ausrichtung wird man feststellen, dass das Genossenschaftsmodell mit seinen Dauerwohn- und nutzungsrechten und mietfreiem Wohnen im Alter weitaus günstiger ist und zudem der Kommune soziale Folgekosten spart. Bei den auf nachbarschaftlichem Engagement und gemeinschaftlichem Wohnen ausgerichteten Genossenschaften helfen sich die Bewohner in den verschiedenen Lebenssituationen untereinander. So werden beispielsweise Kinderbetreuungen und Haushaltshilfen für pflegebedürftig gewordene Bewohner aus den eigenen Reihen organisiert.

Angesichts der sich veränderten demografischen Situation sind nach Ansicht des Zukunftsrates der Bayerischen Staatsregierung neue Formen des intergenerativen Zusammenlebens sowie der Unterstützung auf Gegenseitigkeit von großer Bedeutung. Der Zukunftsrat der Bayerischen Staatsregierung sieht in Genossenschaften daher einen wichtigen Partner der Kommunen zur Erfüllung ihrer Aufgaben.

Dieses Modell der jungen Genossenschaften bietet den Bewohnerinnen und Bewohnern die Möglichkeit, sich selbstbestimmt sicheren und auf lange Zeit preiswerten Wohnraum zu schaffen. Die Bürgerinnen und Bürger kommen dadurch aus ihrer passiven Konsumentenhaltung heraus. Sie werden vom Wutbürger zum Baubürger (Matthias Schuster, Tübinger Modell). Und sie schaffen über ihren eigenen Wohnraum hinaus für sich und andere ein attraktives Lebensumfeld, da Infrastruktur entsteht, die einen Mehrwert für das gesamte Quartier bietet (soziale Rendite).