Spiel´s nochmal, Sam

... der wichtigste Punkt des Tages

Spiel´s nochmal, Sam

19.01.14 Kultur 0
Theater Regensburg - SPIEL´S NOCHMAL, SAM: Linda Foester, Gunnar Blume Foto: Jochen Quast

Großen Applaus gab’s im Regensburger Velodrom bei der Premiere zu “Spiel´s nochmal, Sam” in der Inszenierung von Michael Lippold. Wer sich noch gerne und gut an den Film “Mach’s noch einmal, Sam” (Originaltitel: Play it again, Sam) aus dem Jahr 1972 mit Woody Allen erinnert, wird zugeben, dass das Bühnenstück hier eine gelungene und kurzweilige Aufführung erfahren hat.

Mit den Mitteln der Bühne wurden die halluzinationsartigen Vorahnungen und Ausmalungen des von seiner Frau verlassenen Allan Felix (passend gespielt von Gunnar Blume) verständlich umgesetzt.

Zur Geschichte: Allan Felix ist unglücklich, vor zwei Wochen hat seine Frau Nancy (Josephine Raschke) ihn verlassen. Nach zwei Jahren Ehe hat sie die Nase voll vom Leben mit einem Filmfreak. Sie will raus, selbst etwas erleben (mit Fabian Schleicher, Georg Dippold), nicht immer nur Zuschauer sein. Allan versteht die Welt nicht mehr. Und ausgerechnet jetzt ist sein Analytiker in den Ferien.

Theater Regensburg - SPIEL´S NOCHMAL, SAM: Josephine Raschke, Kyra Sendler, Gunnar Blume, Laura Winter, Linda Foerster Foto: Jochen Quast

Theater Regensburg – SPIEL´S NOCHMAL, SAM: Josephine Raschke, Kyra Sendler, Gunnar Blume, Laura Winter, Linda Foerster Foto: Jochen Quast

Seine Freunde, der Geschäftsmann Dick (Frerk Brockmeyer) und dessen Frau Linda (Silke Heise), tun alles, um Allan wieder aufzubauen. Immerhin gibt es in New York mehrere Millionen Frauen, da muss es doch auch eine für Allan geben. Dick und Linda arrangieren eine Verabredung nach der anderen. Doch die Begegnungen mit Sharon, Gina oder Vanessa (Linda Foerster) gehen schief. Allan ist extrem schüchtern und verunsichert. Die Tipps seines imaginären Freundes Humphrey Bogart (Michael Heuberger) helfen ihm bei seinen Annäherungsversuchen auch nicht weiter, die Rolle des coolen Machos (Rollergirls: Kyra Sendler, Laura Winter / Caroline Berger, Mira Zeger) überfordert ihn und entfaltet nicht die gewünschte Wirkung bei den Frauen. Auf der verzweifelten Suche nach der großen Liebe wird Linda, die Frau seines besten Freundes, zur vertrauten Freundin. In ihrer Gegenwart kann Allan einfach er selbst sein. Und Linda, die sich von ihrem Mann vernachlässigt fühlt, genießt das Zusammensein mit Allan. Man kommt sich näher.
Aber Dick liebt seine Linda und Allan folgt ein letztes Mal seinem Idol Humphrey Bogart und durchlebt als „Rick“ die berühmte Schlussszene aus dessen Film „Casablanca“ …

Das Stück spielt im Manhattan der 70er Jahre. Man wohnt in umgebauten Fabriketagen, besitzt viele Bücher und hat eine große Plattensammlung. Es gibt noch kein Internet und das Leben funktioniert ohne Mobiltelefone. „Spiels noch mal, Sam“ ist eine Zeitreise in das Leben eines New Yorker Stadtneurotikers, der seine Leidenschaft für Hollywoodfilme nicht nur als Kritiker eines kleinen Kinomagazins auslebt, sondern sich so mit den Liebesabenteuern seiner Leinwandhelden identifiziert, dass sein Idol Humphrey Bogart zum ständigen Begleiter und Ratgeber wird.

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Foto: Jochen Quast