Sonnenschutz und Datenschutz

... der wichtigste Punkt des Tages

Sonnenschutz und Datenschutz

12.08.15 Daten 0

Flirrend tanzt die Augustsonne auf den Wellen, der Duft von Sonnenmilch und Meer erfüllt die Luft und ein heiterer Vielklang sommerlichen Strandlebens untermalt die wonnige Trägheit. Sommerliche Leichtigkeit allenthalben. Gleich noch kurz die E-Mails checken und Strandfotos posten und dann zurück zum Urlaubs-Feeling. Ach ja, und der Mietwagen für morgen muss noch online gebucht werden.

Egal, ob Smartphone, Tablet oder Notebook – wie Sonnenschutz und Mückenspray gehören sie für viele ins Urlaubsgepäck. Zwar sind die hohen Roaming-Gebühren im Ausland ein Ärgernis, aber zum Glück gibt es ja offene Funknetze. Im Hotel, an der Strandbar und sowieso überall. Praktisch und kostenlos.

Und nicht immer ohne Risiko. Zugangsdaten sind die elektronische Identität auch in der digitalen Urlaubswelt, bei E-Mail und Online-Banking, im Sozialen Netzwerk oder im Buchungsportal. Wer sie kennt und nutzt, handelt anstelle der Nutzerinnen und Nutzer.

Verdient das offene WLAN-Netz mit dem fantasievollen Namen wirklich unser Vertrauen? Was gibt uns die Gewissheit, dass Zugangs- und Kreditkartendaten dort nicht von unbefugten Augen mitgelesen werden? Wieso sollte gerade der öffentliche PC in der Hotellobby besonders sicher sein? Für sich selbst denkt jeder Urlauber an Sonnenmilch und Mückenspray. Aber auch unsere elektronische Identität ist für ein wenig Aufmerksamkeit dankbar. Also: Nicht nur Sonnenschutz, sondern auch Datenschutz!

Bei der Nutzung fremder Computer ist Achtsamkeit oberstes Gebot. PCs an öffentlichen Plätzen sind zum Surfen oder zur Information geeignet. Sensible Daten sollte man ihnen nicht anvertrauen. Das Gleiche gilt für offene WLAN-Netze, deren Betreiber unbekannt sind oder deren Sicherheit nicht eingeschätzt werden kann. Wichtig ist auch, dass auf Online-Konten über verschlüsselte Datenverbindungen zugegriffen wird.

Wie man sich und seine Daten im Urlaub schützt, hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zusammengestellt:

1. Schützen Sie sich vor Gerätediebstahl und Datendieben
Laptops, Smartphones und Tablets sind für Diebe attraktiv. Nehmen Sie deshalb nur die Geräte mit, die Sie wirklich benötigen. Schalten Sie diese nur ein, wenn sie gebraucht werden. Aktivieren Sie bei Smartphones und Tablets den PIN und bei Laptops die Passwort-Abfrage für Benutzerkonten, damit bei einem Diebstahl die gespeicherten Daten nicht missbraucht werden können.

2. Informieren Sie sich über Roaming-Gebühren
Bei Gesprächen im Ausland entstehen Roaming-Gebühren, also Kosten für die Nutzung eines ausländischen Mobilfunknetzes. Innerhalb der EU sind diese Gebühren reguliert. Dennoch können horrende Rechnungen entstehen – besonders für die Nutzung von Datenverbindungen. Informieren Sie sich deshalb vor Reiseantritt bei Ihrem Anbieter die Gebühren. Bei längeren Reisen empfiehlt sich unter Umständen die Anschaffung einer Prepaid-Karte.

3. Vorsicht bei der Nutzung fremder Computer
Terminal-PCs an Flughäfen, im Hotel oder der PC im Internetcafé sind praktisch. Aber: Öffentlich zugängliche Computer sind häufig nicht ausreichend vor Schadsoftware geschützt. Bearbeiten Sie keine sensiblen Informationen auf fremden Computern und löschen Sie grundsätzlich nach der Nutzung zwischengespeicherte Informationen sowie den Cache-Speicher des Browsers.

4. Vorsicht bei der Nutzung mobiler Netzwerke (WLAN)
Aktivieren Sie die WLAN-Funktion Ihrer internetfähigen Geräte nur bei Gebrauch und passen Sie Ihre Firewall-Einstellungen auf ein hohes Sicherheitsniveau an. Verzichten Sie besser ganz auf die Nutzung, sollte der Hotspot über eine schwache Verschlüsselung (etwa ein kurzes Passwort) oder gar keine Sicherheitseinstellungen verfügen.

5. Vorsicht bei Online-Geldgeschäften auf Reisen
Gerade im Auslandsurlaub ist der Zugriff auf das heimische Konto nützlich. Vermeiden Sie trotzdem Online-Banking oder -Einkäufe. Ist das nicht möglich, geben Sie Internet-Adressen immer manuell ein und achten Sie auf verschlüsselte Datenübertragung. Außerdem ist es sinnvoll, mit der Bank ein Limit für tägliche Geldbewegungen zu vereinbaren.

6. Achten Sie auf Ihre persönlichen Daten
Vermeiden Sie bei öffentlich zugänglichen Computern die Bearbeitung von vertraulichen Daten. Bei Nutzung eigener mobiler Geräte besteht die Gefahr, dass durch Diebstahl des Gerätes oder Datenspeichers die darauf vorhandenen Daten missbraucht werden. Deshalb sollten wichtige, vertrauliche Daten nur verschlüsselt abgelegt werden.

7. Schützen Sie Ihren Nachwuchs auch am Urlaubsort
Wollen Ihre Kinder in den Ferien mit fremden Computern im Internet surfen, so sollten Sie daran denken, dass hier in der Regel keine Filterprogramme zur Verfügung stehen. Chats oder Kontaktbörsen stehen Kindern dort also unter Umständen offen. Hinzu kommen Risiken beispielsweise durch ungeeignete Computerspiele oder den Download kostenpflichtiger Programme. Hierüber sollten Sie mit Ihrem Kind sprechen sowie alle von ihm genutzten Geräte vorab prüfen.

Detailliertere Informationen und Tipps für sicheres Surfen vor, während und nach der Reise finden sich auf BSI für Bürger.

Quellen: Edgar Wagner – Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz,
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik