Gemeinschaftlich Bauen und Wohnen

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Gemeinschaftlich Bauen und Wohnen

15.03.14 Bauen Wohnen Leben 0

Angesichts der demographischen Entwicklung werden künftig vor allem Haushalte mit geringen Vermögen von tendenziell steigenden Wohnkosten und gleichzeitig sinkenden Alterseinkünften besonders betroffen sein. Vor Kündigung geschützter Wohnraum und dauerhaft günstige Mieten sind zentrale Argumente für das Wohnen bei Genossenschaften. Durch den Erwerb der Geschäftsanteile und Dauernutzungsrechten besteht bei Genossenschaften die Möglichkeit der privaten Altersvorsorge.

Bei der „jungen“ Regensburger Genossenschaft NaBau spielen soziale und ökologische Gesichtspunkte eine entscheidende Rolle und nicht Renditen aus Mieteinnahmen. Die zukünftigen Bewohner beteiligen sich bereits in der Planungs- und Bauphase an der Gestaltung ihres gemeinsamen Wohnhauses und machen sich Gedanken über das spätere Miteinander. Durch gemeinschaftliches Bauen und Wohnen realisieren die Beteiligten nachhaltige Nachbarschaften und verlässliche Mietpreise.
Da die Bewohner der Wohnungen der Regensburger Genossenschaft NaBau als Mitglieder auch zugleich Eigentümer der Genossenschaft sind, haben sie die rechtliche Befugnis über ihren eigenen Mietpreis mit zu bestimmen. Deshalb wird die Miete für die Wohnungen der NaBau in Zukunft nicht erhöht werden, es sei denn, Kostensteigerungen erfordern dies. Im Gegenteil, wenn das Projekt abbezahlt ist, kann die Miete verringert werden.

Zu Beginn des inklusiven Wohnprojekts in Regensburg-Burgweinting, das den Namen „Haus mit Zukunft“ trägt, wurde der finanzielle Rahmen und die ökologische Ausrichtung von allen Beteiligten gemeinsam festgelegt. Die späteren Bewohner einigten sich auf einen Mietpreis von 8,70 €/m² und der Bauweise als Niedrigst-Energiehaus. Trotz neuem Mietspiegel bleibt es zum Einzug in diesem Sommer bei diesem Mietpreis. Das liegt noch deutlich unter dem Mietpreis, den manche Politiker für bezahlbar halten.

Haus mit Zukunft Entwurf: Fabi Architekten bda

Haus mit Zukunft Entwurf: Fabi Architekten bda

An der Art der Finanzierung hat sich bei Genossenschaften seit über 100 Jahren nichts geändert, außer dass der Staat keine direkten Zuschüsse mehr gibt. Die „jungen“ Genossenschaften müssen sich zur Finanzierung ihrer Gebäude das notwendige Eigenkapital entweder auf dem freien Markt oder von ihren Mitgliedern beschaffen. Je höher der Eigenkapitalanteil der Genossenschaft umso geringer kann das spätere Nutzungsentgelt, wie die Miete bei Genossenschaften genannt wird, berechnet werden.

Die hohe Wohnsicherheit, günstige Mieten und stabile Nachbarschaften machen das genossenschaftliche Wohnen besonders für die Bewohner und die Kommunen attraktiv.Nicht nur die Bewohner können von dieser Wohnform profitieren. Auch die soziale Entwicklung und Stabilisierung in den Stadtquartieren kann davon positive Impulse erhalten.

„Genossenschaften versorgen ihre Mitglieder mit dauerhaft kostengünstigem Wohnraum und befördern mit ihrer gemeinschaftlichen Organisationsform spezielle Wohnmodelle. Aus Sicht der Landeshauptstadt München ist es sinnvoll, solche Projekte zu unterstützen, da hierbei innovative Ideen, sei es im Bereich einer zukunftsweisenden und ökologisch orientierten Bauweise oder neuer, gesellschaftlich wünschenswerterFormen des gemeinschaftlichen Wohnens erprobt und gelebt werden“, Prof. Dr. Elisabeth Merk – Stadtbaurätin der Landeshauptstadt München.

„Wohnungsgenossenschaften werden seit kurzer Zeit als Akteure des Stadtumbaus und der Stadtentwicklung wieder entdeckt. Gerade angesichts der veränderten demografischen Situation sind neue Formen des intergenerativen Zusammenlebens sowie der Unterstützung auf Gegenseitigkeit von großer Bedeutung. Genossenschaften als gewachsene oder neue Unternehmen der sozial orientierten Wohnraumversorgung sind Partner für die Gestaltung des Wohnumfeldes sowie die Entwicklung und Stärkung lebendiger Nachbarschaften“, so der Bericht des Zukunfstrates der Bayerischen Staatsregierung.

Bei Vergleichen in finanzieller Hinsicht zwischen dem Erwerb von Eigentumswohnungen aus dem Immobilienangebot renditeorientierter Bauträger mit einem sozialen, genossenschaftlichem Wohnprojekt mit zukunftsweisendem Energiekonzept und weitreichender sozialer Ausrichtung wird man bei fairer Betrachtungsweise feststellen, dass das Genossenschaftsmodell mit seinem Dauernutzungsrecht und bezahlbarem Wohnen im Alter weitaus günstiger ist und zudem der Kommune soziale Folgekosten spart. Bei den auf nachbarschaftliches Engagement und gemeinschaftliches Wohnen ausgerichteten Genossenschaften helfen sich die Bewohner in den verschiedenen Lebenssituationen untereinander. So werden beispielsweise Kinderbetreuungen und Haushaltshilfen für pflegebedürftig gewordene Bewohner aus den eigenen Reihen organisiert.

Das Wohnen beginnt aber nicht erst hinter der eigenen Haustür, sondern wird auch von der Umgebung beeinflusst. Die Nachbarschaft und das Wohnquartier bestimmt die Lebensqualität und entwickelt das Gefühl von Heimat. So hat sich die Genossenschaft RaumFair eG eine nachhaltige und resiliente Entwicklung und Erhaltung von lebenswerten Stadtteilen und Quartieren durch integrative Planung und aktive Teilhabe der Bürger und solidarökonomische Immobilienwirtschaft zum Ziel gemacht.

Durch Gemeinschaftliches Bauen und Wohnen werden lebenswerte und lebendige Stadtteile und Gemeindegebiete in Selbsthilfe und Selbstverantwortung geschaffen.

Kommunen und Bürger, die sich mit diesem Thema beschäftigen, können sich jederzeit bei den Projektorganisatoren persönlich oder per E-Mail informieren: Telefon 0941-280 52 15-0, projekt@contemplan.de, www.contemplan.de. qr