FBI Regensburg 5: Nächster Halt, Norbert Hartl

... der wichtigste Punkt des Tages

FBI Regensburg 5: Nächster Halt, Norbert Hartl

12.02.14 Kolumne 0

Geld für Radwege? Ich für meinen Teil fahr ja in Regensburg überhaupt nicht Rad! Nein, mach ich nicht! Macht mir keinen Spaß, muss mich nur aufregen und ist auch irgendwie gefährlich. Helm hin oder her … Gefährlich in meinem Fall, weil ich damit rechnen muss, dass mich jede Fahrt in mein Büro 50 Euro kosten würde. Ja wirklich, denn – und das ist das Problem, mein Problem – wenn ich einen einigermaßen direkten Weg von unserer Wohnstätte am Unteren Wöhrd zu meiner Arbeitsstätte Glockengasse/Gesandtenstraße nehmen würde, dann kostet es mich das mindestens an Strafgeldern für den VÜD. Gut, ich könnt sagen, sie erwischen mich nicht jedes Mal beim Falsch-Abbiegen, Rot-über-die Ampel-fahren, Verkehrt-rum-in-die-Einbahnstraße oder in der Fußgängerzone (ja die gibt’s tatsächlich in Regensburg), ich riskier’s halt und nehm’s sportlich. Dann wär das so ähnlich wie Schwarzfahren – wird man ja auch nicht jedes Mal erwischt. Aber Schwarzfahren mit dem Radl? Nein, das ist mir echt zu blöd.

Ich könnte natürlich auch vorschriftsmäßig fahren. Ist halt umständlich, so über die Thundorfer-/Keplerstraße dann Weißgerbergraben hoch über den Arnulfsplatz und am Theater vorbei und über den Bismarckplatz rechtmäßig in die Gesandtenstraße rein. Nicht nur umständlich, denn die Thundorfer mit dem Rad – ist die Hölle! Eingeklemmt zwischen Gelenkbussen, die man nicht überholen kann, weil auf der Gegenfahrbahn auch Gelenkbusse lauern. Links kein Radweg rechts kein Radweg und in der Mitte ein Mordsstau. Im Sommer, wenn’s heiß ist und die Leute genervt, dann kann schon mal einer durchdrehen, so einer aus der Umlandgemeinde, mit tiefer gelegtem Fahrwerk und Auspufftöpfen wie Ofenrohre. Ist meiner Frau schon passiert: Der wollte einen von diesen Gelenkbussen überholen, vorher noch sie samt Kinderwagenanhänger. Als es knapp wird, haut er den Rückwärtsgang rein, rauf aufs Gas und rein in den Anhänger – Kind bleibt unverletzt. Nein Regensburg ist keine fahrradfreundliche Stadt. Da hilft auch viel Geld nicht, da fehlt’s schon weiter.

Dazu eine kleine Anekdote. Einer der wenigen Tage wo ich doch mit dem Zweirad unterwegs bin: Familienausflug, ich voraus, die Frau mit Kinderanhänger hinterher. Wir also rüber über die Eiserne Brücke, stadtauswärts rum um das Haus mit der spitzigen Ecke und in die Wöhrdstraße rein. Der Radweg verengt sich von gefühlten 10 Meter auf gemessene 1,50. An der Haltestelle „Eiserne Brücke“ stehen geschätzte 60 Senioren, und weil der Gehweg an der Stelle auch nur 1,50 breit ist, halt auch auf dem Radlweg. Ich klingle wie wild, damit Frau und Kind nicht auf die Fahrspur gedrängt werden. Alle Senioren machen Platz, bis auf einen und der meint zu mir: „Des is aber koa Radlweg!“ Ich erkenne den Mann und kombiniere: Der Stadtrat Norbert Hartl hat die Senioren zur traditionellen SPD-Donauschifffahrt und dann zum Bus begleitet. Also da helfen auch keine 5 Millionen …

Mich wundert ja nur, dass der Schaidinger noch nix zum Schlegl seinen Radweg-Millionen gesagt hat, denn der ist sicher der Meinung, dass das rausgeschmissenes Geld ist mit dem geldige Ökofuzzis gesponsert werden, die auf sauteuren Bikes durch sein schönes Regensburg gondeln.

FBI R5/140212_3222

Kolumnist: Michael Kroll